NODES

Rob Rothenpieler

Mit NODES stellt Rob Rothenpieler ein Arbeitskonzept vor, welches Menschen wieder ein Arbeiten mit Sinn ermöglicht. Er hat sich in seiner Thesis mit der Frage beschäftigt, was eine:n Designer:in ausmacht und welche designtheoretischen Werkzeuge jedem Menschen zur Verfügung stehen, um eine lebenswerte Zukunft für alle zu gestalten. Dafür hat er das „Design-Thinking“-Modell auf Skalierbarkeit, Wissensverlust, Unternehmensgröße und Projekt-Art angepasst. Die Thesis mündet in der digitalen Plattform NODES. Hier können Projekte jeglicher Art eingereicht und in interdisziplinären Teams bearbeitet werden. 
Die Prämisse hierfür ist das problemorientierte Denken: Die Kontexte der Ausgangslage werden ergründet und analysiert sowie Expert:innen aus angrenzenden Kontexten einbezogen. Am Ende dessen steht ein Ergebnis, das möglichst viele Probleme löst und damit für alle eine bessere Zukunft schafft, statt nur für wenige auf den Schultern vieler anderer.

Rob Rothenpieler

Ich bin Rob, Jahrgang '94 und komme gebürtig aus Siegen (NRW) und absolviere meinen Bachelor in Kommunikationsdesign. Ich bin 2013 für eine Ausbildung (Kaufmann für Marketingkommunikation) nach Hamburg gezogen und hab anschließend zwei Jahre als Kundenberater in einer Media-Agentur gearbeitet. Doch im Laufe dieser Tätigkeit habe ich verstanden, wie der (Turbo)-Kapitalismus unsere Gesellschaft krank macht. Denn ich war genau dafür verantwortlich: Menschen Dinge als notwendig ansehen zu lassen, die sie nicht brauchen oder die ihnen schaden (sehr dehnbarer Begriff), und sie zum Kauf dieser zu animieren. Alles aus dem einfachen Grund des Wirtschaftswachstums. Doch ich konnte das Wissen auch für etwas Gutes nutzen, das war mir schon damals klar. Denn der Kapitalismus ist nicht per se der Teufel. Mit meinem Fachwissen im Kopf, einer großen Portion Tatendrang und dem Willen etwas zu verändern, habe ich das Kommunikationsdesign-Studium begonnen. Ich habe recht schnell gemerkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich konnte vorheriges Wissen mit neuen Designtheorien verknüpfen und mir wurde klar, dass wir Designer:innen mit diesen Theorien ein sehr gutes Werkzeug haben, wirklich etwas Gutes zu schaffen. So kam mir schon im 2. Semester die grobe Idee für mein Bachelor-Thema. Mein Weg ebnete sich immer weiter und mein Wissen verknüpfte sich zu einer selbstbewussten Haltung. Die Haltung, dass ich wirklich die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Eines meiner Fundamente ist allerdings, dass das nicht alleine geht. Also ist meine große Schaffensfrage: Wie bekomme ich die Menschen dazu, etwas aus eigenen Stücken zu ändern? Meine Bachelor-Arbeit ist ein Puzzlestück auf diesem spannenden Weg. Ich freue mich schon sehr, nach dem Studium daran weiter zu arbeiten. Und du, liebe:r Leser:in, bist herzlich dazu eingeladen mitzumachen! Schreibe mir und übe Kritik, stelle Fragen und lass uns gemeinsam eine lebenswerte Zukunft für alle schaffen. Ich freue mich drauf!

Where do you see yourself in 20 years?

Will ich nicht sagen. Wer weiß das schon!? Ich hoffe nur, dass ich dann immer noch die Chance habe, Spaß an meinem Schaffen zu haben, was auch immer es dann sein wird. Aber davon gehe ich aus.

What is a good design for you?

Für mich ist gutes Design, wenn es nicht einfach nur Produkte oder Dienstleitungen entwickelt. Gutes Design ist entwerfender Natur (Politisches Design nach Friedrich von Borries). Es schafft Alternativen zum Status Quo, ohne die Nutzer:innen dem zu unterwerfen. Das Social Design gibt uns ebenso viele Werkzeuge, „gutes“ Design zu ermöglichen und auch nachhaltig umzusetzen. Momentan beobachte ich immer noch den sehr kapitalistischen „Erfüllungsgehilfen“-Charakter von Designer:innen; insbesondere bei den arbeitenden Designer:innen. Dabei haben meiner Meinung nach Designer:innen eine ganz besondere Rolle inne. Sie haben die seltenen Fähigkeiten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

What was the most challenging experience during your studies?

So viele spannende Themen gleichzeitig unter einen Hut zu bringen. Ich kann mich für alles begeistern und hätte immer gerne noch mehr gemacht. Das hat mich öfters mal über die Schmerzgrenze gebracht.

Who or what inspires you?

Mich inspiriert die Natur und ihre Mechanismen. Aber auch, was möglich sein könnte, wenn wir gewisse Parameter ändern: ein Grund, warum ich Science-Fiction liebe. Bei Menschen bin ich vorsichtig, ich versuche keine Menschen auf Podeste zu heben. Da sehe ich zu viel Gefahr der Stagnation und des Rückblicks. Aber besonders die „rosarote Brille“ sehe ich als Problem. Elon Musk ist eine der wenigen Personen, die mich inspirieren, auch wenn er kontrovers ist. Aber er schaut nach vorne, erkennt die Systeme und reagiert mit Weitsicht drauf.

How do you approach a new project?

1. Erst die Kontexte und Systeme eines Problems erforschen. Was hängt alles damit zusammen? 2. Wo bekomme ich fehlendes Wissen her? 3. Wer oder welche kann mir helfen und bringt einen neuen Blick auf die Dinge mit ein? 4. Immer wieder das eigene Denken und Umsetzen hinterfragen. Kritische Fragen stellen, die auch mal „wehtun“. 5. Erst, wenn man eine breite Wissenbasis hat, mit der Lösungssuche anfangen. Das ist zeitaufwendig und widerspricht unseren (turbo-)kapitalistischen Arbeits- und Denkweisen, aber es bringt Lösungen hervor, die flächendeckende Alternativen zum Status Quo schaffen.

What advice would you give to students who just started studying in your programme?

Seid offen und legt euch nicht vorher schon auf eine Richtung fest. Ihr verpasst zu viele Abbiegungen und spannende Chancen, wenn ihr starr einem Plan hinterherlauft, den ihr mit „altem“ Wissen verfasst habt. Wer weiß schon vorher, was die Zukunft aus dir selbst macht.

Have you changed during your studies? How?

Ich habe mich selbst endlich gefunden. Ich habe immer etwas gesucht, das mir wirklich Spaß macht und wie ich einen positiven Impact auf die Welt haben kann. Ich habe im Studium die Grundlagen bekommen, um meinem Wissen ein starkes Fundament zu geben und es zu nutzen. Ich hatte noch nie so viel Spaß an meiner Arbeit!

Why did you choose to study in your programme?

Ich habe zuvor eine kaufmännische Ausbildung gemacht und in einer großen Agentur gearbeitet. Dort habe ich viel über die Systeme, in denen wir leben, gelernt und konnte/wollte sie nicht mehr mit meiner Arbeit unterstützen. Ich wollte mit meinem Kopf und meinen Händen den Menschen nicht schaden, sondern ihnen helfen. Da mich (zwischenmenschliche) Kommunikation und Design schon immer sehr interessiert hat, wollte ich mich in die Richtung weiterbilden.

What are you not going to miss in your studies?

Ich werde das viele Wissen und „Lernen“ vermissen. Aber nicht lange. Ich freue mich schon sehr auf den Master, in welchem ich mich mit der Transformation der Gesellschaft noch tiefergehend auseinandersetzen werde.

How are you going to celebrate your graduation?

Ich werde (soweit es möglich ist) meine Liebsten um mich sammeln und richtig ausschweifend bis zum Morgen feiern und das Leben weiter genießen.

Say hi!

2 comments in total

Bela 2021-02-13 16:19:00

Impressive quality of work! I hope you are proud of all your achievements during your time at the UE. I wish you all the best of luck, that Nodes evolves over the years and contributes to some necessary changes in our society. Bist nen guter Junge! Mach weiter so, aber denk auch weiterhin an die Balance. Achtsamkeit ist wichtig, um langfristig die Kraft aufbringen zu können, wenn man die Welt nachhaltig zum positiven verändern möchte. :)

Hakan 2021-02-12 21:29:57

Zusammen können wir die Welt verändern! lots of love

Oxana Salzmann