Metamerie – Das Gleichwirken von Farben

Khira Niemeier

In ihrem Projekt untersucht Khira Niemeier das Phänomen der Metamerie. Dabei handelt es sich um den Effekt, der entsteht, wenn zwei Farben unter einem bestimmten Licht gleich wirken, obwohl sich ihre optischen Eigenschaften unterscheiden. Mithilfe dieses Effekts können Bilder erstellt werden, deren Motive sich allein durch Licht verändern. Ziel der Untersuchungen ist es, den Blick der Betrachtenden mit diesem Effekt gezielt zu beeinflussen und dazu zu ermutigen, Sachverhalte in „einem neuen Licht“ zu sehen.

Khira Niemeier

Ich arbeite gerne an editorialen Illustrationen zu Texten mit wissenschaftlicher Thematik. Ich liebe es, solchen Themen mit einer unterhaltsamen Darstellung eine andere Blickweise zu geben. In der Malerei arbeite ich gerne großflächig mit Acryl und Gouache. Dabei nutze ich am liebsten Spatel und gehe zunächst aleatorisch vor. Nach dem Studium möchte ich mich vorrangig mit Game Design beschäftigen. Dabei wird mein Fokus wahrscheinlich auf Foliage und UI-Design liegen.

Where do you see yourself in 20 years?

In 20 Jahren sehe ich mich entweder in meinem eigenen Haus mit Atelier, gutem PC inklusive Zeichentablet und sonstigem Equipment, mit einer entspannten 35-45h Arbeitswoche und coolen eigenen Projekten oder in einem Camper Van mit Internetausstattung, portablem Arbeitsequipment und flexiblen Arbeitszeiten irgendwo unterwegs, wo es warm ist.

What is a good design for you?

Ein unaufdringliches Design, das mir aktiv nicht auffällt, an das ich mich aber trotzdem erinnern kann, wenn mich jemand danach fragt.

What was the most challenging experience during your studies?

Am Anfang waren die Deadlines eine große Herausforderung. Ich habe unglaublich wenig zu den Abgabezeiten geschlafen. Im zweiten Semester hatte ich dann meinen ersten Filmriss, dadurch dass ich 3 Tage nicht geschlafen hatte, und beschloss, meine Arbeitszeit besser zu planen und Projekte an passenden Stellen zu kürzen. Das führt nicht nur dazu, dass man schneller fertig ist, das Projekt wird auch auf das Wichtigste heruntergebrochen und wirkt auf den Betrachter aussagekräftiger. Das Problem, welches ich am Ende öfters hatte, sind Kreativblockaden. Je länger man ohne Idee vor einem Projekt sitzt, desto weniger fällt dir dazu ein. Ich bin inzwischen darauf gekommen, dass es mir hilft, einfach mit irgendetwas anzufangen und dabei hin und wieder an das Projekt zu denken. Durch aleatorische Techniken komme ich meistens aus meiner Blockade heraus und wenn erstmal eine Idee da ist, läuft der Rest fast von alleine.

Who or what inspires you?

Mich inspirieren unterschiedliche Dinge. Am häufigsten lasse ich mich aber durch den Zufall oder durch Unbekanntes inspirieren. Ich mag es unwahrscheinlich gerne, neue Dinge zu lernen und zu erforschen. Das hat mir auch in dem hier abgebildeten Projekt oft weitergeholfen. Die meisten Ideen entstehen dann aus den Lösungsansätzen für ein bestehendes Problem. Manchmal sind das auch eher kompliziertere Lösungen als die, die man vielleicht hinterher gewählt hätte, wenn man es besser weiß. Aber genau diese Umwege führen meistens zu neuen Ideen, auf die man nicht gekommen wäre, wenn man einen anderen Weg gegangen wäre.

How do you approach a new project?

Ich fange an. Tatsächlich ist das bei mir der effektivste Weg, um eine Blockade zu vermeiden. Es ist relativ egal, ob ich schon eine Idee habe oder nicht. Wenn ich noch kein Bild im Kopf habe, nutze ich aleatorische Arbeitsweisen und platziere zufällig Farben auf dem Papier, bis sich irgendwann ein klares Bild für mich daraus ergibt. Meistens führt das dann schon zu den nächsten Denkanstößen und es setzt sich irgendwie langsam aus einem kreativen Chaos alles zu einem klaren Bild zusammen.

What advice would you give to students who just started studying in your programme?

Mach dir weniger Sorgen und hab' Spaß! Es ist unglaubliches Glück, dass du gut genug bist, hier zu sein. Genieße die Zeit, die du im Studium hast und lerne so viel, wie du kannst (learning by doing). Lass dir von deinen Kommiliton:innen und Dozent:innen Feedback geben und setze das um, was du sinnvoll findest. Aber fixiere dich nicht zu stark auf die Noten. Es ist natürlich wichtig, nicht durchzufallen, aber wenn man die Deadlines einhält und die Aufgaben erledigt, die man machen soll, dann reicht das aus. Wenn man sich zu viel Stress macht, hat man am Ende keinen Spaß mehr an der Arbeit und das ist doch der Grund, warum du den Studiengang gewählt hast, oder?

Have you changed during your studies? How?

Ich bin viel selbstsicherer geworden, was meinen Blick auf mich als Künstlerin angeht. Zu Beginn des Studiums habe ich mich oft mit anderen verglichen und gesehen, dass die anderen besser realistisch zeichnen können. Das habe ich dann auf meine Gesamtleistung heruntergebrochen und mir eingeredet, ich wäre schlechter als die anderen. Inzwischen kann ich meine Stärken und Schwächen besser einordnen und schätze es eher als Stärke ein, wenn ich in bestimmten Dingen anders arbeite als andere. Dass für mich simplere Darstellungen leichter sind als detaillierte realistische Darstellungen, bringt den Vorteil, dass es mir möglich ist, Zeichnungen klar zu halten und auf das herunterzubrechen, was zum Verständnis der Aussage benötigt wird. Ich denke die Fähigkeit, in Schwächen auch Stärken zu sehen ist sehr wichtig, um sich selbst in einem positiveren Licht zu sehen und später auch so auf dem Arbeitsmarkt zu verkaufen. Außerdem habe ich mich natürlich auch in verschiedenen Bereichen verbessert und bin weniger fixiert auf Noten als am Anfang des Studiums. Ich denke, wenn mir am Anfang jemand den Tipp gegeben hätte, mehr Spaß zu haben und nicht alles so verkrampft anzugehen, hätte es aber trotzdem nichts geändert.

Why did you choose to study in your programme?

Ich bin sehr gerne kreativ, gestalte und male. Nach meiner Ausbildung zur Biolaborantin und mehreren Arbeitstagen, die zwar sehr erträglich waren, mich aber nicht wirklich erfüllt haben, wollte ich gerne eine Richtung einschlagen, in der ich mehr Spaß an der Arbeit habe. Ich habe mir schon während der Schulzeit den Studiengang Game Design angesehen und fand ihn unglaublich spannend. Man konnte, als ich mich auf den Bachelor in Illustration beworben habe, im Anschluss daran einen Master in Game Design machen. Das war zu dem Zeitpunkt der Plan. Der Grund, warum ich nicht direkt Game Design studiert habe war ganz einfach, dass ich auch Illustration studieren wollte und die Kombination nicht anders herum gefunden habe. Meine Einstellung bei dieser Entscheidung war: Wenn ich später 70 bin, will ich nicht auf mein Leben zurückgucken und mich ärgern, dass ich es nicht gemacht habe.

What are you not going to miss in your studies?

Das frühe Aufstehen und die Panik vor der Kurswahl werde ich sehr wahrscheinlich nicht vermissen.

How are you going to celebrate your graduation?

Wegen den aktuellen Einschränkungen wahrscheinlich eher klein und allein vorm PC, aber ganz sicher mit einigen anderen im Internet zusammen. :P

Say hi!

1 comments in total

Franziska Frahm 2021-02-12 19:04:35

Das ist wirklich spannend, Khira, habe ich ja von Anfang an gesagt - nur alles nochmal vereint zu sehen (und vor allem deine tollen langen Prozessvideos, die einem den Prozess und die ganze Denk -und Planungsarbeit ersteinmal so richtig klarmachen!) ist doch nochmal etwas anderes. Ich glaube das ist eines von diesen Dingen, die man mit eigenem Auge gesehen haben muss, um es zu verstehen. Die Verwandlung unter den versch. Lichtern war echt magisch. Ich bin (wie von Anfang an) begeistert! ~ Franzi

Thomas Reuhl